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 09.05.2006  Weser Kurier  Ausstellung - Kristin Baitis

Der menschliche Körper im Raum

Bremer Künstlerin Kristin Baitis in der Klostermühle

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Sie selber spricht über ihre Bilder von einer „Standverlängerung", einem Begriff aus der Filmherstellung.„Wenn der Film anhält, gibt es ein Standbild mit scharfen Konturen und verschwommenen Ebenen", erklärt die Bremer Künstlerin Kristin Baitis. FOTO: UDO MEISSNER

Von unserer Mitarbeiterin Karin Neukirchen-Stratmann

HEILIGENBERG. Einen Querschnitt ihrer 13-jährigen Schaffensperiode zeigt die Bremer Malerin Kristin Baitis derzeit in der Galerie der Klostermühle Heiligenberg. Die Ausstellung hat der Kunstverein ART-Projekt e.V. initiiert und Vorsitzender Gert Schröder begrüßte rund ein Dutzend Gäste zur Vernissage am Sonntagabend.

„Nach vier Ausstellungen hintereinander von Männern kann ich heute die Ausstellung einer Frau eröffnen", begann der Vorsitzende seine kurze Laudatio. „Ich schätze, es ist die beste Ausstellung in dieser Folge", sparte Gert Schröder nicht mit Lob. Die 42-jährige Kristin Baitis malt professionell seit 1993. Spaß an der Malerei entwickelte sie jedoch schon früher. „Wie das oft so ist, als Jugendliche", erzählt sie.

Sie studierte Kunst in Bremen, lernte dort ihren jetzigen Stil zu entwickeln. Alle Bilder der Künstlerin zeigen eine klare, eine durchgängige Linie. Die in Mischtechnik erstellten, teils kleinformatigen, dann wieder großformatigen Arbeiten haben eines gemeinsam: das Motiv. Es zeigt den menschlichen Körper im Raum. Gert Schröder nennt es „eingefangene Bewegungen". In einer speziellen Mischtechnik, mit Kohle, Kreide, Acryl und Öl, eingearbeiteten Stoffresten oder auch schon mal Zeitungsausschnitten, hält Kristin Baitis Bewegungen der Körper in einer Momentaufnahme fest. Dass die Künstlerin die menschliche Anatomie dabei sehr genau studiert hat, zeigt sich auch in den ausgestellten Aktzeichnungen.

Sie selber spricht über ihre Bilder von einer „Standveriängerung", einem Begriff aus der Filmherstellung. „Wenn der Film anhält, gibt es ein Standbild mit scharfen Konturen und verschwommenen Ebenen", erklärt sie. „Das ist auch bei meinen Arbeiten so." Ihre Einzelbilder, Diptychen, Triptychen und Quadrupel entstehen auf Leinwand, Holz oder Papier. Es findet sich überall der spannungserzeugende Dialog zwischen Raum und Linie, Farbe und Form, Rationalität und Emotionalität.

Bewusst lässt Kristin Baitis ihre Bilder ohne Titel. „Ich würde dem Betrachter damit zu sehr vorgreifen", ist sie überzeugt. Vielmehr möchte sie die individuelle Wirkung nicht beeinflussen. Das unterstreicht auch Gerd Schröder: „Jeder Betrachter, jeder zukünftige Besitzer eines Bildes, wird bei seiner Interpretation einen Titel kreieren. "

Die Ausstellung ist in der Galerie der Klostermühle noch bis zum 7. Juli zu den gewohnten Öffnungszeiten zu sehen.