"Rettet dem Genitiv!" - Bruchhausen-Vilsen, 29.11.04

Eine schöne, aber schwierige Aufgabe hat sich die Gruppe Sprache des KuK unter Federführung von Eugen Fühner gestellt: "Lesen fördern". Kinder und Jugendliche zum Lesen zu motivieren, scheint nur über die Eltern machbar zu sein.
Folgerichtig werden in der Reihe "lokale Prominente lesen" zunächst einmal die Erwachsenen angesprochen um auch hier die Sensibilisierung zum geschriebenen Text zu fördern.

Leider war die Werbung für diese Aktion in der Klostermühle Heiligenberg zu unkoordiniert vorbereitet worden. Doch Peter Schmidt-Bormann, Vorsitzender des Vereins gelobte diesbezügliche Besserung.

Eugen Fühner
"Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" begann Samtgemeindebürgermeister Horst Wiesch seine Lesung und deutete damit schon eine amüsante und dennoch ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Sprachumgang in unserer Zeit an. Auch die Reihe der mitgebrachten Bücher von Wilhelm Busch, Loriot, Heinz Erhardt oder auch Joachim Ringelnatz ließen eine schmunzelnde Betrachtungsweise des Themas vermuten.
Horst Wiesch
Der Rathauschef Horst Wiesch hat täglich eine Menge an Schriftstücken beruflich zu bewältigen und bekommt auf diesem Wege eine Menge amüsanter Texte zu lesen. Nicht nur Anfragen an die Nummer 1 der Samtgemeinde sind es, welche von Zeit zu Zeit ein Lächeln im Alltag des Verwaltungsvorstehers hervorrufen, auch Gesetzestexte und amtliche Schreiben gehören zu seiner "hohen Literatur". Eine Kostprobe dieser Kategorie Amüsement gehörte ebenso zu den Lacherfolgen dieses Abends, wie Texte von Bastian Sick. Aber nicht nur der Genitiv treibt seine Stilblüten. Der allgemeine Sprachgebrauch in Werbung und Publizistik, sowie die Amerikanisierung unserer Sprache rufen zuweilen zu Nachdenklichkeit auf. So deklariert man heute werbetechnisch den Hauseingang gerne als "Empfangsbereich" oder die Zellen der Notdurft als "Toilettenbereich". Einige besondere Bonbons der Kategorie Synonymisierung aus dem Zeitungswesen präsentierte der gewählte Amtsvorsteher dem schmunzelnden Publikum. Ist es hier doch weit verbreitet, den originären Ausdruck durch Umschreibungen zu ersetzen - wie es auch anhand dieses Berichtes deutlich zum Ausdruck kommt.
Bericht: Andreas Achberger (Redaktion von dh-aktuell) © 2004 my-national.info